D er P anther S ein Blick ist im Vorübergeh'n der Stäbe so müd' geworden, dass er nicht's mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt. D er weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich im allerkleinsten Kreise dreht, ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, in der betäubt ein großer Wille steht. N ur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein, geht durch der Gitter angespannte Stille- und hört im Herzen auf zu sein. Rainer Maria Rilke D er E ngel S ie haben alle müde Münde und helle Seelen ohne Saum. Und eine Sehnsucht (wie nach Sünde) geht ihnen manchmal durch den Traum. F ast gleichen sie einander all; in Gottes Gärten schweigen sie, wie viele, viele Intervalle in seiner Macht und Melodie. N ur wenn sie ihre Flügel breiten, sind sie die Wecker eines Winds: als ginge Gott mit seinen weiten Bildhauerhänden durch die Seiten im dunklen Buch des Anbeginns. Rainer Maria Rilke
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