G efallener E ngel A uf schwarzem Felsen in dunkler Nacht, geboren in Tränen ein Engel erwacht. Schaut frierend und ängstlich zum Himmel empor, es gibt kein zurück, verschlossen das Tor. Eisiger Wind zerrt am goldenem Haar und Tränen rinnen wie Kristall so klar. Er sucht den Weg zurück ins Licht, himmelwärts fliegen, doch kann er es nicht . So hatte er ganz vergessen, dass er noch niemals Flügel besessen. Tief im Inneren fühlt er einen Schmerz, fast als hätte er ein menschliches Herz. Die Hände er flehend zum Himmel hebt, es zucken Bitze und die Erde bebt. " Gott was ist dein Begehren ", warum willst du mir die Flügel verwehren? Bewegungslos steht er und nicht weicht, doch von oben die Antwort ihn nicht erreicht. Den Kopf gesenkt, die Schritte schwer, so verlässt der Engel den Fels am Meer. Warum hat Gott ihn in Dunkelheit verbannt? Es hat der Engel den Sinn nicht erkannt. Wie sehr vermisst er des Himmels Weiten, ist doch auf Erden schon ewige Zeiten. Sein Zuhause die Finsternis, die dunklen Gassen, zu finden bei einsamen Seelen die alleingelassen. Bei den Hoffnungslosen schon lange bekannt, Engel der Nacht wird er dort genannt. So wandelt er schon viele Erdenleben, um Menschen Hoffnung und Trost zu geben, nur noch selten er sich die Frage stellt, warum ein Engel vom Himmel fällt. An verlassenen Orten, unter Brücken, zwischen Gebäuden und engen Lücken, sitzen sie, liegen und gehen umher, die Last der Armut wiegt zentnerschwer. Ihre Körper schwach und müde die Augen, im Kopf kreisen Gedanken die nicht's taugen. Lange schon hatte sich das Licht abgewandt, die Schönheit der Sonne aus Herzen verbannt. Mit Gesichtern gezeichnet vom Leben, steh'n sie vor Tonnen in denen Feuer Wärme geben, ihre Namen längst in Vergessenheit geraten, keine Lieben die zu Hause auf sie warten. Gestrandet in der Gosse des Lebens, scheint jedes Warten auf Wunder vergebens. Schritt für Schritt im Rad der Zeit, stet's zum letzten Gang bereit. Noch immer schön wie vor tausend' Jahr, noch glänzt golden sein lockig Haar, doch ist er ausgebrannt, einsam und leer, ewigen Schlaf im Himmel wünscht er sich sehr. Und wieder beginnt eine neue Nacht, in der er über alle Seelen hier wacht. Eisig die Luft uns stürmend der Wind, Regen fällt auf alle die ohne Obdach sind. Auf nassem Asphalt sieht er liegen eine Frau, ihre Haut fahl und die Lippen schon blau, an ihrem Haar da zerrt der Wind, in ihren Armen weint ihr Kind. Ihr Blick schon beinahe leer, vor ihr der Schatten ängstigt sie sehr. Gekommen war ihr Zeit, der Todesengel stand schon bereit. Du darfst nicht trennen Mutter und Kind, hier schon zuviele gottesvergessene Kinder sind. Bitte lass' ihre Seele noch hier, die Meine gebe ich dir dafür. In Tränen geboren - Mit Tränen will ich geh'n, ich wehre mich nicht - lass' es gescheh'n, noch einmal schweift sein Blick zurück, innig betet er für der Menschen Glück. In den Strassen gehen die Lichter aus, unbewohnt wirkt jedes Haus. Einen Herzschlag lang ist ohne Atem die Welt. Sterne verblassen und Dunkelheit fällt. Brachte Vergessen für alle die ihn kannten vergessen war, den sie Engel der Nacht nannten. Doch manchmal erfüllt etwas die Luft, ein warmes Gefühl, ein besonderer Duft, wie ein Hauch von Zärtlichkeit, ein Moment in der Unendlichkeit. In ihrer Erinnerung hat's ihn nie gegeben, doch tief in ihren Herzen wird er ewig leben. Und wenn der Tag die Nacht berührt und Sonnenglanz sie zum Silbermond führt, dann ist's als hätten sie einen Engel geseh'n, hinterm Horizont auf weichen Wolken steh'n. Strahlend schön im weissen Gewand, versteinerte Tränen in seiner Hand. Sein sanftes Lächeln, sein goldenes Haar, wie vertraut dieser Anblick doch war. Schwingen hatte er weiss und mächtig, glänzend aus Federn gar prächtig. So fliegt der Engel zur Erde nieder - Gott gab ihm seine Flügel wieder - by Tearsofdark
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